Ländlichen Strukturwandel in Afrika sozial inklusiv und ökologisch nachhaltiger gestalten

Ziel dieses Projekts ist es, passgenaue Strategien, Instrumente und Maßnahmen zu definieren, die dazu geeignet sind, den laufenden Strukturwandel in ländlichen Räumen Afrikas sozial inklusiv(er) und ökologisch nachhaltig(er) zu gestalten. Ländlicher Strukturwandel wird durch eine Vielzahl von Faktoren auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen, wie globale und nationale Markt- und Naturressourcenbedingungen, nationale Politik oder lokale Handlungskapazitäten sowie ihren Veränderungen beeinflusst. Er ist somit als Ergebnis des Zusammenwirkens von Struktur, Handeln und Zeitverlauf zu verstehen.

Hinsichtlich der ökologisch nachhaltigen und sozial inklusiven Gestaltung dieses Strukturwandels ist die Beantwortung der Frage zentral, wie natürliche Ressourcen unter den veränderten Bedingungen des Strukturwandels sparsam und effizient im Zusammenspiel aller einzelnen Naturressourcen Boden, Wasser, Wald, Weide im Nexus so genutzt werden können, dass dies ökologisch nachhaltig ist. Ebenso müssen die gleichen Maßnahmen und Strategien es auch den armen Gruppen ermöglichen, zu denen rd. 80% der kleinbäuerlichen Betriebe Afrikas gehören, davon zu profitieren. Es geht hierbei um die Senkung von Partizipations- und Eintrittsbarrieren in innovative Regime oder Wertschöpfungsketten sowie um (politische) Teilhabe an Entwicklung und somit darum, Fortschritte möglichst breitenwirksam zu gestalten.

Die Länder, in denen empirische Studien durchgeführt werden, sind Sambia, Benin und Äthiopien. Diese wurden ausgewählt, weil sie im Hinblick auf Demographie, Geographie, Bevölkerungsbewegungen und in Bezug auf die wirtschaftlichen Wachstumstreiber sehr unterschiedlich sind. Zusammengenommen besitzen sie daher eine hohe Aussagekraft für ganz Afrika. Zudem werden im Rahmen der Sonderinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ‚Eine Welt ohne Hunger‘ in allen drei Ländern grüne Innovationszentren eingerichtet.

Aktueller Stand

  • Sambia: 5 Wochen Aufenthalt von Oktober bis November 2015. Workshop zur Szenarioentwicklung in Lusaka, USE in Central und North Western Province. Rückspiegelung der Ergebnisse Anfang Juli 2016
  • Benin: 5 Wochen Aufenthalt von Januar- Februar 2016: Workshop zur Szenarioentwicklung in Cotonou, USE in Borgou und Ouémé/Plateau. Rückspiegelung der Ergebnisse Anfang Oktober 2016
  • Äthiopien: 5 Wochen Aufenthalt von Februar- März 2016: Workshop zur Szenarioentwicklung in Addis Abeba, USE in Afar und Somali. Rückspiegelung der Ergebnisse Anfang September 2016

Auftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) - Sondereinheit "EINEWELT ohne Hunger" (SEWoH).

Projektbeschreibung: Ausgehend von einem gemeinsamen Vorverständnis über ländlichen Strukturwandel in Afrika und der Erhebung demografischer, ökonomischer, ökologischer und sozialer Trends sowie einer Dokumenten- und Problemanalyse vor Ort werden zusammen mit lokalen Partnern und Experten und auf Grundlage einer ausgefeilten Methodik Zukunftsszenarien über den Strukturwandel im ländlichen Raum Sambias, Benins und Äthiopiens entwickelt. Darauf aufbauend werden geeignete Politiken und Strategien identifiziert, um die ökologische Nachhaltigkeit und soziale Inklusivität dieses Strukturwandels zu erhöhen.

Vorgehen: Szenariotechnik (Entwicklung normativer Strukturwandelszenarien mit dem Zeithorizont 2030), Anwendung der Methode USE (Underpinning, Sharpening, Enhancement) zur Vertiefung von Informationen in subnationalen Regionen.

Produkte: Discussion Paper Ländlicher Strukturwandel in Subsahara Afrika, methodische Papiere, Länderstudien, Metastudie, Workshops, Empfehlungen Konferenzbeiträge

Steuerungsgruppe: Dr. Susanne Neubert, Gabriele Beckmann, Christian Berg, Anja Schelchen

Forschungsteam: Dr. Susanne Neubert (Steuerungsgruppe, Agrarökonomie, Expertin Ökologie), Gabriele Beckmann (Steuerungsgruppe, Soziologie, Expertin institutionelle Dimension), Christian Berg (comit GmbH, Steuerungsgruppe Agrarökonomie, Experte Szenariotechnik), Erik Engel (Ethnologie/Geografie, Teamleitung Benin), , Anja Kühn (Agrartechnik, Expertin Wertschöpfungsketten, Team Benin), Margitta Minah (Ländliche Entwicklung, Expertin Genossenschaftswesen, Team Sambia und Äthiopien), Prof. Dr. Theo Rauch (Volkswirtschaft und Geografie, Experte Strukturwandel), Dr. Simone Rettberg (Geografie, Teamleitung Äthiopien, Expertin Pastoralismus), Daniela Richter (Internationale Entwicklung, Expertin Ressourcenmanagement, Team Sambia und Benin), Anja Schelchen (Erziehungswissenschaften, Expertin Capacity Development, Team Äthiopien), Alfons Üllenberg (Agrarwirtschaft, Teamleitung Sambia)

Kooperationspartner: Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), German Institute for Global and Area Studies (GIGA), Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS)

Doktorarbeit (2015-2018):

Margitta Minah: Inclusion in agriculture cooperatives: An analysis of institutions and pro-poor participation in Sub-Saharan Africa.

Externe Experten/Gutachten: Dr. Malte Steinbrink, Universität Osnabrück; Prof. Dr. Harald Grethe, Albrecht Daniel Thaer-Institut der Humboldt Universität; Dirk Jung, denkmodell Berlin;

Projektleitung und Ansprechpartnerin: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Projektdauer: 3 Jahre (2014 – 2017)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Strukturwandel SSA

Strukturwandel in Afrika - Konzept