EPDT 2018

Die Entwicklungspolitischen Diskussionstage 2018

Zum siebzehnten Mal wurden die EPDT zu folgenden aktuellen entwicklungspolitischen Themenstellungen durchgeführt:


Leaving the owners behind?

Zur Aktualität der "Ownership"-Debatte in Zeiten Nachhaltiger Entwicklungsziele


16.05.2018 (09.30 - 13.00 Uhr)


Ownership ist ein Leitprinzip der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ): Kooperationspartner im globalen Süden sollen eine Führungsrolle bei der Gestaltung und Umsetzung von Entwicklungsvorhaben einnehmen. Ohne Ownership könne es, laut Konsens der Geber- und Nehmerländer in Paris 2005, keine effektive Entwicklungsförderung geben. Auch die Ziele für Nachhaltige Entwicklung fordern mit ihrem Versprechen "Leaving no one behind" eine selbstbestimmte Entwicklung und gleichberechtigte Einbeziehung der Armen.

Doch entspricht die derzeitige EZ-Praxis den Bekundungen zum Ownership? Wer bestimmt, wie EZ-Mittel eingesetzt und welche Projekte umgesetzt werden? Welche Implikationen ergeben sich daraus für die Wirksamkeit von EZ? Kann angesichts bestehender Geber-Nehmer-Machtasymmetrien das "Ownership"-Prinzip etwas anderes sein als eine Illusion politisch korrekter Bürokraten ohne praktische Relevanz? Ebnen konkurrierende Gebermodelle der BRICS-Staaten oder alternative Finanzierungsmethoden (z.B. Unconditional Cash Transfers) die Bahn für eine neue Gültigkeit des Ownership-Prinzips?

Wir laden ein, diese und andere Fragen anhand konkreter Praxisbeispiele zu diskutieren und fordern dazu auf, die Debatte um Ownership  neu aufzurollen.

Beiträge von: Dr. Boniface Mabanza Bambu (Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika KASA), Dr. Bernd Schubert (Team Consult - Gesellschaft für Organisationsentwicklung), Dr. Gottfried von Gemmingen (BMZ, Referat 300 - Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, Reduzierung von Armut und Ungleichheit), N.N.

 

Die Präsentation zum Thema können Sie sich hier herunterladen

 

Under protection!
Naturschutzgebiete als globales Allheilmittel mit lokalen Risiken und Nebenwirkungen

16.05.2018 (15.00 - 18.30 Uhr)


Bis 2020 sollen laut den UN 17% der weltweiten Landfläche unter Schutz gestellt werden, vielfach in Ländern des globalen Südens. Ziel dieser Maßnahme ist es, auch im Rahmen der Sustainable Development Goals (SDGs), Problemen wie dem zunehmenden Biodiversitätsverlust und der Landdegradierung entgegenzuwirken. Naturschutzgebiete werden von einer Vielzahl von Akteuren gefördert, u.a. auch von deutschen Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit. Dabei wird sehr deutlich, dass unterschiedliche Motive und Lösungsansätze hinsichtlich der Umsetzung bestehen. Je nach Schutzstatus sind verschiedene Nutzungsformen erlaubt oder untersagt. Oftmals werden jedoch die Rechte und Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung und indigener Gruppen den Naturschutzgebieten untergeordnet, was häufig zu Landnutzungskonflikten führt.

Aber wen oder was "schützen" Naturschutzgebiete überhaupt? Welche Rolle spielt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit? Und wie lassen sich Naturschutzgebiete und Landnutzung vereinbaren?

Beiträge von: Herbert Christ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)), Prof. Dr. Benno Pokorny (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), Sabine Schielmann (Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie (INFOE)), Marie Fischborn (International Union for Conservation Nature (IUCN))

 

Die Präsentation zum Thema können Sie sich hier herunterladen.

 

Klimarisikoversicherungen: Kluger Schachzug gegen die Folgen des Klimawandels oder falsches Versprechen?


17.05.2018 (09.30 - 13.00 Uhr)


In Folge des Klimawandels nehmen klimabedingte Extremereignisse wie Dürren, Starkregen oder Wirbelstürme zu. Besonders betroffen ist hierbai die Landwirtschaft in Entwicklungsländern, mit verheerenden Folgen: Ernteausfälle vernichten komplette Existenzgrundlagen und Ressourcen zum Wiederaufbau fehlen. Seit 2015 setzen internationale Geber verstärkt auf die Entwicklung sogenannter Mikroklimarisikoversicherungen, um die betroffenen Bäuerinnen und Bauern nach klimabedingten Ernteausfällen zu unterstützen.

Da Klimarisikoversicherungen ein relativ neues Instrument sind, bleiben viele Fragen offen: Welche Finanzierungsmechanismen haben sich für Klimarisikoversicherungen bisher bewährt, welche Rahmenbedingungen sind dafür notwendig und wo besteht Nachholbedarf? Welche Rolle kommt hierbei den Staaten und der Versicherungsindustrie zu?

Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, diese und weitere Fragen anhand von konkreten Fallbeispielen zu diskutieren und die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Chancen und Risiken von Klimarisikoversicherungen mit kritischem Blick zu analysieren.

Beiträge von: Dr. Joachim Herbold (Agrarresort Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re)), Ulrich Hess (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) - Globalvorhaben InsuResillience), Sabine Minninger (Brot für die Welt), David Kreuer (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH)


Die Präsentation zum Thema können Sie sich hier herunterladen.

 

Sehen Sie sich außerdem den Film zum Thema Klimarisikoversicherungen an:

 
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