SAVE THE DATE: Entwicklungspolitische Diskussionstage 2017

Veranstalter:
SLE- Seminar für Ländliche Entwicklung der Humboldt-Universität zu Berlin
und Heinrich-Böll-Stiftung

Termin:
10.05.2017 bis 11.05.2017

Ort:
Heinrich-Böll-Stiftung e.V., Schumannstr. 8, 10117 Berlin
(S-Bahnhof Friedrichstraße)


Themen der Veranstaltungen:

10.5.2017  (10.00 - 13.30 Uhr)
Geld regiert das Klima - Sind Finanzinstrumente im Klimaschutz Chance oder Bürde für nachhaltige Entwicklung?
Eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit ist es, Maßnahmen gegen die globale Erderwärmung zu ergreifen. Durch ein gemeinsames internationales Abkommen wurde ein politischer Rahmen entwickelt, in dem viele Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung enthalten sind: Die Agenda 2030 und ihre Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals - SDGs). Gemäß den Vereinbarungen der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 soll durch gemeinsame Bestrebungen auf internationaler Ebene der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 1,5 °C begrenzt werden.
Ein wesentlicher Bestandteil in der Planung von Klimaschutzvorhaben ist ihre Finanzierung. Verschiedene Finanzmechanismen mit unterschiedlichen Ansatzpunkten wurden entwickelt, um dieses Ziel zu erreichen: Marktbasierte Instrumente wie der Emissionshandel, politische Maßnahmen wie das Divestment, oder Fonds wie der Green Climate Fund.
Tragen diese Finanzmechanismen in der gleichen Art und Weise zur Erfüllung der Klimaziele bei, konkurrieren sie untereinander, oder sind sie komplementär? Und sind diese Mechanismen zum Schutz des Klimas kohärent mit den anderen Zielen der globalen Nachhaltigkeitsstrategie? Wie wirken sich die neuen Finanzinstrumente konkret auf die Implementierung von Projekten zu nachhaltiger Entwicklung aus? Was sind die wichtigsten Schritte, die wir einleiten müssen, um den Klimaschutz im Rahmen nachhaltiger Entwicklung voranzubringen?
Diese und weitere Fragen wollen wir mit unseren Gästen bei dieser Veranstaltung diskutieren.

10.5.2017  (15.30 - 19.00 Uhr)
Braucht Afrika einen Marshallplan?
Chancen, Risiken und Herausforderungen einer Partnerschaft im Wandel
Im Januar 2017 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ein Dialogangebot als Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Nachbarkontinent: Afrika und Europa – Neue Partnerschaft für Entwicklung, Frieden und Zukunft. Eckpunkte für einen Marshallplan mit Afrika.
Angefangen von wirtschaftlicher Entwicklung, über Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, bis hin zu Frieden und Sicherheit wird eine Bandbreite an gesellschaftlichen Herausforderungen aufgegriffen. Die damit verfolgte ressortübergreifende Gesamtstrategie geht weit über das traditionelle Verständnis und die Zuständigkeiten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit hinaus.
Seit Veröffentlichung wird die Idee eines Marshallplans in Zivilgesellschaft und Politik kontrovers diskutiert. Viele Fragen bleiben offen: Handelt es sich tatsächlich um einen historischen Wendepunkt der Partnerschaft mit Afrika oder nur um alten Wein in neuen Schläuchen? Wofür braucht es eine strategische Neuausrichtung der Zusammenarbeit, wenn die Stoßrichtung bereits durch die Agenda 2063 der Afrikanischen Union vorgegeben ist? Wie können Handelsbeziehungen wirklich fair gestaltet werden, insbesondere bei einem starken Fokus auf die Privatwirtschaft? Ist es zu befürworten, ODA-Mittel auch zur Förderung und Absicherung von Privatinvestitionen einzusetzen? Fraglich bleibt auch, wer das Dialogangebot nutzen wird und inwiefern Vorschläge und Kritik in den politischen Prozess Eingang finden werden. Kann die verfolgte Strategie den angestrebten Paradigmenwechsel weg von einer Geber-Nehmer Mentalität hin zu einer gleichberechtigten Partnerschaft leisten?
Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit diese und weitere Fragen zur zukünftigen Ausgestaltung der Partnerschaft Deutschlands und Europas mit Afrika zu beleuchten und die Wirksamkeit eines „Marshallplans“ kritisch zu hinterfragen.  

11.5.2017  (09.00-12.30 Uhr)
„Smart New World“ -
Digitalisierung als Utopie oder reale Möglichkeit für ländliche Entwicklung?
Digitalisierung ist das Thema des 21. Jahrhunderts und omnipräsent in unserem Alltag. Speziell der Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) bietet vielfältige Potenziale für Nutzer/innen weltweit. Die Bandbreite reicht dabei vom klassischen Handy, über Smartphone Apps bis zum Internet der Dinge.
Auch im globalen Süden entstehen durch die rasante Verbreitung der IKT neue Möglichkeiten. Dabei wird Digitalisierung oftmals als Allheilmittel für alte Probleme wahrgenommen. Die Vorteile stehen im Vordergrund der Debatte, wohingegen die Schattenseiten der Digitalisierung wenig Beachtung finden. Aus unserer Sicht kritische Themen sind beispielsweise Unterschiede in Zugang und Nutzung der IKTs (die sogenannte Digitale Kluft), genauso wie die "analogen" Rahmenbedingungen, die zur Verwirklichung der Potenziale der Digitalisierung notwendig sind.
Dies betrifft insbesondere die ländliche Bevölkerung des globalen Südens. Folglich werden Fragen der ländlichen Entwicklung im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.  Die Sektoren Gesundheit und Landwirtschaft sind hier  zentral – an ihrem Beispiel soll auf dem Podium diskutiert werden, ob die Digitalisierung eine Utopie oder eine reale Möglichkeit für ländliche Entwicklung darstellt.
Der konkrete Inhalt der Veranstaltung wird in den nächsten Wochen weiter erarbeitet. Erste Fragen für die Diskussion könnten sein: Bietet die digitale Revolution Potentiale zur Überwindung der Herausforderungen im ländlichen Raum?  Ist sie gar notwendig auf dem Weg zu einer Welt ohne Armut im Sinne der Agenda 2030? Welche Rahmenbedingungen müssen für die Umsetzung möglicher Potentiale  geschaffen werden? Welche Risiken birgt die rasante Digitalisierung speziell für marginalisierte Bevölkerungsgruppen?