Hochschulkooperation Mosambik - Brasilien


Hochschule trifft Wirtschaft für Nachhaltigkeit

Hintergrund

Seit dem Jahr 2013 besteht die trilaterale Hochschulkooperation zwischen dem SLE, der mosambikanischen Universität Eduardo Mondlane (UEM) in Maputo und der brasilianischen ländlichen Bundesstaatsuniversität von Rio de Janeiro (UFRRJ), welche die Grundlage für das trilaterale Projekt "Hochschule trifft Wirtschaft für Nachhaltigkeit" bildet.

Die bilaterale Kooperation zwischen dem SLE und der UEM startete bereits im Jahr 2008. Mit der Unterstützung des SLEs wurde an der UEM ein neues Masterprogramm zu "Ländlicher Soziologie und Entwicklungsmanagement" aufgebaut und qualitätssichernde Maßnahmen durchgeführt. Seit 2008 wird der Master als berufsbegleitendes Studium angeboten und immer noch sehr erfolgreich realisiert. Zentrale Idee des Programms ist die Ausbildung und Qualifizierung von Fach- und Führungskräften für das Berufsfeld Ländliche Entwicklung/Internationale Zusammenarbeit. Darüber hinaus wurden im Rahmen dieser Kooperation ein akademischer Master und ein Doktorandenprogramm implementiert.

Im Jahr 2013 wurde die ländliche Bundesstaatsuniversität von Rio de Janeiro (UFRRJ) in die Hochschulkooperation integriert mit Fokus auf den professionalisierenden Master "Praxis für Nachhaltige Entwicklung". Im Rahmeen der trilateralen Kooperation wurde die UFRRJ durch deutsche und mosambikanische Dozenten im Bereich der anwendungsorientierten Forschung und Teammanagement beraten, Kurse angeboten und bei der Integration der Kurse in das Masterprogramm unterstützt. Im Gegenzug hierzu beteiligen sich brasilianische Dozenten in Maputo an der Entwicklung und Durchführung bestimmter Lehreinheiten des berufsbegleitenden Studiums und des Doktorandenprogramms.

Die drei Universitäten haben bis zum aktuellen Zeitpunkt sehr erfolgreich zusammengearbeitet, und die Qualität von Lehre und Forschung konnte signifikant verbessert werden. Aus der Kooperation haben sich zahlreiche weitere bi- und trilaterale Initiativen ergeben. Diese Erfahrungen sind Ausgangspunkt für das im Juni 2017 gestartete Projekt „Hochschule trifft Wirtschaft für Nachhaltigkeit“, in dessen Rahmen sich die Zusammenarbeit der drei Partner verstetigen und sich durch die Integration von Wirtschaftspartnern in die Lehre mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit weiter entwickeln soll.

Projektbeschreibung und Aktivitäten

Die Vernetzung von Ausbildung und Forschung mit privatwirtschaftlichen Akteuren und anderen gesellschaftlichen Institutionen bildet die Grundlage der trilateralen Kooperation im Zuge des Projekts „Hochschule trifft Wirtschaft für Nachhaltigkeit“. Partner aus der Wirtschaft werden von Anfang an in das Projekt und in die berufsbegleitenden Masterstudiengänge an allen drei Universitäten eingebunden. Auf diese Weise soll das Projekt dazu dienen, ein umfassendes entwicklungsrelevantes fachliches Netzwerk für Nachhaltigkeit aufzubauen, das zur Entwicklung und Verbreitung nachhaltiger Lösungen im Ressourcenmanagement, in der Katastrophenvorsorge und Risikomanagement sowie der Ernährungssicherung beiträgt.

Zur Erreichung dieser Ziele entwickeln die drei Universitäten gemeinsam mit den Praxispartnern Studieninhalte, die in die jeweiligen Masterprogramme integriert werden. Studierende sollen dabei in die Lage versetzt werden, nachhaltige Entwicklung unter privatwirtschaftliche Gesichtspunkten zu betrachten und für die Herausforderungen und Potenziale der privatwirtschaftlichen Akteure sensibilisiert werden.

Neben der Lehre sind eine Vielfalt an arbeitsmarktrelevanten studienbegleitenden Angeboten ein wesentliches Element des Projektes, welche für die Vermittlung spezifischer Kenntnisse zu nachhaltigen Lösungsansätzen wichtig sind. Hierzu zählen Exkursionen und Praktika bei privatwirtschaftlichen Akteuren sowie Workshops, Fach- und Diskussionsveranstaltungen von Universitäten und privatwirtschaftlichen Akteuren zu Themen der Nachhaltigkeit. Die Integration der Privatwirtschaft in die Lehre stellt somit sowohl einen Mehrwert für die Partneruniversitäten dar und ermöglicht es den lokalen Wirtschaftspartnern, gleichzeitig im Rahmen der anwendungsorientierten Forschung nachhaltige Problemlösungen zu erarbeiten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des trilateralen Vorhabens ist die Stärkung der Süd-Süd-Kooperation zwischen den Projektpartnern Brasilien und Mosambik, welche durch gemeinsame Lehre, Forschung und Praktika weiter intensiviert werden soll. Die trilaterale Kooperation eröffnet somit den drei Partnern die Möglichkeit, die Vernetzung untereinander und zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteuren zu stärken und auszuweiten. Gleichzeitig werden Kompetenzen für ein gemeinsames Lernen und das Umsetzen für Nachhaltigkeit weiter gefördert.

Aktueller Stand des Projekts

Nach dem offiziellen Projektstart im Juni 2017 wurde der erste Planungsworkshop des Projekts unter Anwesenheit aller Partner in Berlin durchgeführt und die kommenden Schritte definiert. Zwei Dozenten der UEM wurden in der FAO-Methode „Rural Invest“ weitergebildet, einem Kurs zu nachhaltigen Investitionen in der Landwirtschaft. Erste Praktika in Deutschland werden im August 2017 durchgeführt. Eine Kommunikationsstrategie und erste Schritte zur Netzwerkbildung wurden besprochen.

Förderer

DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst)

Team: Dr. Karin Fiege, SLE (Projektleitung), Anja Schelchen (SLE), Samuel Quive (UEM), Luisa Chicamisse (UEM), Ivo Cumbana (UEM), Cândida Bila (UEM), Leandro Fontoura (UFRRJ), Luciana Gonzalez (UFRRJ)

Kooperationspartner:
Deutschland: AMBERO Consulting Gesellschaft mbH, FFG Frankförder Forschungsgesellschaft mbH
Mosambik: Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, UNAC (União Nacional de Camponeses), Loja de Energias, Nationalpark Gorongosa, Banco Terra Moçambique (BTM)
Brasilien: Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, GITEC-IGIP GmbH, Conservação Internacional (CI-Brasil), Nationalpark Reserva Ecológica de Guapiaçu (Regua), Landwirtschaftsassoziation Associação de Produtores Rurais do Bonfim

Weitere: Food and Agricultural Organization - FAO

Ansprechpartner:
Leitung am SLE:
Dr. Karin Fiege
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Anja Schelchen

Projektdauer: Juni 2017 - Dezember 2020

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